WKO Wahlen 2025
Mitte März ist es wieder soweit, im Rahmen der WKO-Wahlen 2025 sind auch 4.500 wahlberechtigte Trafikanten zu den Urnen gerufen, um ihre Standesvertreter auf Landes- und Bundesebene zu wählen. Die Trafikantenzeitung hat die wichtigsten Informationen zusammengetragen.
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Vor allem eine ähnlich starke Wahlbeteiligung wie vor fünf Jahren, als diese im WKO-Vergleich überdurchschnittlich hoch war, lässt hoffen. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag damals bei 33,7 Prozent, die Trafikanten konnten sich hier deutlich absetzen. Niederösterreich mit satten 70,8 Prozent führte die Statistik an, gefolgt von gefolgt von Tirol (65,56 Prozent), der Steiermark (65,23 Prozent), Salzburg (63,08 Prozent), Oberösterreich (58,37 Prozent), Burgenland (56,28 Prozent), Wien (46,12 Prozent), Kärnten (44,99 Prozent) und Vorarlberg (32,26 Prozent).
Muss ich wählen gehen?
Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung ist selbstverständlich immer wünschenswert. In einer demokratischen Gesellschaft ist die Ausübung des Wahlrechts unerlässlich, damit die Anliegen und Interessen der Wahlberechtigten Gehör finden.
Speziell die Trafikanten befinden sich in einer Branche, deren Themen typischerweise politisch sensibel sind. Kontrovers diskutierte Punkte wie die Regulierung neuer Produkte oder spezifische Rauchverbote werden von der Politik oft nur zögerlich aufgegriffen. Hier signalisiert eine hohe Wahlbeteiligung den Entscheidungsträgern und Systempartnern, dass die Trafikanten mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und ihre Vertreter ein großes Netz an kleinstrukturierten Unternehmen hinter sich haben, das nicht ignoriert werden darf.
Gerade in einer Zeit der multiplen Kristen liegt die Aufmerksamkeit der Politik oft bei anderen Themenbereichen. Genau deswegen ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig, um Branchenthemen sichtbarer zu machen. Es gibt zwar in Österreich keine Wahlpflicht mehr, die Inanspruchnahme des Wahlrechts sollte aber jedem Staatsbürger und erst recht jedem Unternehmer ein wichtiges Bedürfnis sein.
Wie wird gewählt?
Es gibt zwei Möglichkeiten zu wählen: persönlich per Stimmzettel im Wahllokal oder per Wahlkarte. Für die persönliche Wahl im Wahllokal wird für jede Fachgruppe und Fachvertretung von der Hauptwahlkommission ein Stimmzettel aufgelegt. Dieser enthält
- die Bezeichnungen der kandidierenden Wählergruppen
- eine Rubrik zur Vergabe einer Vorzugsstimme
Die Wahl per Wahlkarte ermöglicht die Stimmabgabe, ohne ein Wahllokal aufsuchen zu müssen und ohne Bindung an die Öffnungszeiten der Wahllokale. Eine Wahlkarte kann via WKO beantragt werden (siehe Infokasten). Die Wahlunterlagen müssen dann vom Wähler an die zuständige Hauptwahlkommission übermittelt werden und spätestens am vorletzten Werktag vor dem ersten Wahltag einlangen.
Wie läuft die Wahl ab?
Die Wirtschaftskammer-Wahl erfolgt in zwei Schritten: direkt und indirekt. Die Wahlberechtigten geben ihrer Stimme bei der sogenannten Urwahl ab. Das bedeutet, dass auf Landesebene die Mitglieder der Ausschüsse direkt gewählt werden – auf Grundlage des allgemeinen, gleichen und geheimen Verhältniswahlrechts.
In den anschließenden indirekten Wahlen werden durch die Vertreter auf Landesebene die Vertreter auf Bundesebene, also Bundesobmann-/obfrau, bestimmt.
Wichtige Termine
Der letzte Tag für das Eintreffen von Wahlkarten im Burgenland, in Kärnten, Salzburg, der Steiermark und in Vorarlberg ist der 7. März 2025. Von 10. bis 13. März 2025 finden dann die Urwahlen statt. Die grundsätzlichen Wahltage und -zeiten in den einzelnen Bundesländern sind im Infokasten ersichtlich, konkret finden sich die genauen Zeitfenster in den jeweiligen Wahlkundmachungen der Regionen.
Wer kann gewählt werden?
Grundsätzlich stellen die österreichischen Großparteien je Bundesland und Organisationseinheit Listen zur Wahl, das sind
- Der Wirtschaftsbund (ÖWB)
- Der Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV)
- Die Freiheitliche Wirtschaft (FW)
- Die Grüne Wirtschaft (GW)
- Die UNOS
Daneben gibt es parteilose Listen sowie regionale oder brancheneigene Parteien.
Worum geht es bei der WKO-Wahl?
Gerade in der nächsten Zeit stehen in der Branche einige Umwälzungen auf nationaler und europäischer Ebene bevor, die eine starke Interessensvertretung unabdingbar machen.
Zum Beispiel bei Glücksspiel: Anfang des Jahres hat der Vergabeprozess der Glückspielkonzession gestartet, welche derzeit von den Österreichischen Lotterien gehalten wird. Das Tabak- und Glücksspielmonopol sind eng miteinander verknüpfte Stützpfeiler, die gemeinsam zur wirtschaftlichen Existenzsicherung der Trafikanten beitragen: Trafikanten sind durch das staatliche Tabakmonopol geschützt, das ihnen den exklusiven Vertrieb von Tabakwaren garantiert. Das Glücksspielmonopol erweitert diese Grundlage, indem es Trafiken als zentrale Verkaufsstellen für Produkte wie Lotto etc. etabliert. Die diesbezügliche Interessensvertretung wird eine große Rolle spielen.
Ebenso sorgen die jüngsten Initiativen in Brüssel für Bewegung. Erst kürzlich haben sich 16 Mitgliedsstaaten für eine Vereinheitlichung der Nikotinbesteuerung ausgesprochen. Gleichzeitig wird an der TPD III gearbeitet. Diese wird sich vorrangig an die Industrie richten, jedoch erhebliche Auswirkungen auf Produktspezifikationen und Innovationspotenzial haben. Damit sind auch die Trafikanten mitbetroffen. Auf EU-Ebene haben die österreichischen Tabaktrafikanten die Möglichkeit, sich über das WKO-Netzwerk in Brüssel und als Mitglied der CEDT, Gehör zu verschaffen.
Schließlich und endlich ist auch die MVG gefordert. Trotz Anpassung des Nebenartikelkataloges: rückläufige Raucherzahlen und der EU-Krebsplan erodieren die Umsätze der Trafikanten. Hier ist eine Modernisierung des Tabakmonopolsystems unerlässlich, um Innovation in der Branche zu ermöglich und dadurch die Existenz der Trafikanten für die Zukunft abzusichern.
Dafür setzt sich die WKO für die Trafikant*innen auf allen Ebenen ein, und daher ist jede einzelne Stimme wichtig!
WAHLTERMINE
Burgenland:
Dienstag, 11. März 2025 von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025 von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Kärnten:
Mittwoch, 12. März 2025 von 8.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025 von 8.00 bis 18.00 Uhr
Niederösterreich:
Montag, März 2025, von 6.00 bis 12.00 Uhr
Mittwoch, 12. März 2025, von 15.00 bis 21.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, von 8.00 bis 16.00 Uhr
Oberösterreich:
Mittwoch, 12. März 2025 von 8.00 bis 20.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025 von 8.00 bis 20.00 Uhr
Salzburg:
Mittwoch, 12. März 2025, 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Steiermark:
Dienstag, 11. März 2025, 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Mittwoch, 12. März 2025, 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Tirol:
Mittwoch, 12. März 2025, 7.30 Uhr bis 19 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, 7.30 Uhr bis 19 Uhr
Vorarlberg:
Dienstag, 11. März 2025, 8.30 Uhr bis 18 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, 8.30 Uhr bis 18 Uhr
Davon abweichend ist das Wahllokal in Bregenz, RLB, Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, an den Wahltagen von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 13.45 Uhr bis 16.00 geöffnet.
Wien:
Dienstag, 11. März 2025, von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr,
Mittwoch, 12. März 2025, von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Donnerstag, 13. März 2025, von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr
(Achtung: Die Öffnungszeiten können für einzelne Regionen variieren.)
Weitere Infos: www.wko.at